Familien – Zeit

Geboren wurde ich an einem verschneiten Donnerstag in Wiesbaden. Es war der 02.02.1978. Mein Opa sprach immer von einem Jahrhundertwinter. Gewiss kommt daher meine Liebe zum Schnee. Und es war Altweiberfastnacht. Es ist daher umso unverständlicher, dass ich erst sehr spät, erst nach der Geburt meiner Kinder, die Liebe zur Fassenacht entdeckt habe.

Bild: Eigenes Foto

Meine Mutter war alleinerziehend und musste kurze Zeit nach meiner Geburt wieder arbeiten. So verbrachte ich meine ersten Lebensjahre viel Zeit bei meinen Großeltern. Für meine Mutter waren es schwere Jahre. Ende der Siebziger in einem kleinen Dorf wie Rambach alleinerziehend zu sein, war auch nicht leichter als es heute ist.
In Rambach aufzuwachsen hat mich sehr geprägt. Man kennt sich, interessiert sich füreinander und unterstützt einander, wenn es notwendig ist. Das war früher so und so ist es heute noch.

Auch die innige Beziehung zu meinen Großeltern hat meine Weltanschauung und meine Werte von heute beeinflusst. Mein Opa war, neben meiner Mutter, mein größter Unterstützer und Förderer. Er lehrte mich in Schwierigkeiten und Problemen Herausforderungen und Chancen zu sehen und auch, dass man für ein gutes Leben hart arbeiten muss und einem nichts geschenkt wird.

Bild: Eigenes Foto

Zu meiner Mutter habe ich heute ein sehr gutes Verhältnis, trotz einer nicht ganz einfachen Zeit als Heranwachsende.

Heute bin ich selbst Mutter und habe das Glück meine Kinder gemeinsam mit meinem Ehemann Stefan erziehen zu können. 2013 kam unsere erste Tochter Jonna zur Welt und 2015 folgen unsere Zwillingsmädchen Lotta und Tilda. Zusammen mit meiner Mutter leben wir heute in ihrem Elternhaus, das wir übernommen, renoviert und energetisch saniert haben. Meine Kinder lieben es, eine Oma immer um sich zu haben. 2018 ist meine Mutter schwer erkrankt. Deswegen genießen wir die gemeinsame Zeit vielleicht etwas intensive als früher.

 

Bild: Daliah Immel Fotografie
Lotta und Tilda besuchen zur Zeit noch den evangelischen Kindergarten der Marktkirchengemeinde in Wiesbaden und Jonna besucht inzwischen die Adolf-Reichwein-Schule in Rambach, so wie ich als Kind. Lotta und Tilda werden ihr im Sommer folgen. Ich bin sehr froh, dass sie dort zur Schule gehen. Nicht nur wegen der tollen Lage – ich wage sogar zu behaupten, dass sie die schönst gelegene Grundschule Wiesbadens ist – sondern auch wegen der tollen Arbeit des Fördervereins, der die nachschulische Betreuung organisiert. Lotta und Jonna tanzen bei der Narhalla in Sonnenberg und Tilda wartet sehnsüchtig darauf, dass sie sechs Jahre alt wird, damit sie zur Kinderfeuerwehr gehen kann. Ich liebe unser turbulentes Familienleben in mitten meiner Heimat Rambach.